Artikelserie: Was kann Thesis? Teil I: das Framework

8. Juni 2010 · 1 Kommentar

Stefan Müller – der keine Website angegeben hat und deshalb hier keinen Backlink bekommen kann – fragte in einem Kommentar:

»Was kann Thesis, ist das das Richtige für mich (als nicht ganz ungeübten, aber keinen Designer oder Programmierer). Kann ich wirklich an jedem Rädchen drehen, alle Einstellungen leicht (!) verändern? Kaufe ich mit Thesis auch ein Paket von Standard-Themes zur Anpassung ein oder nur das Framework?«

Ob das Thesis-Framework das Richtige für ihn ist, kann ich natürlich nicht beantworten, weil ich seine Anforderungen nicht kenne. Aber die Frage nach dem Was ist Thesis und was kann Thesis? will ich doch mal angehen.

Was kann Thesis, ist das das Richtige für mich, als nicht ganz ungeübten, aber kein Designer oder Programmierer?

Um es mal gleich auf den Punkt zu bringen: Thesis kann weder designen noch programmieren, genauso wie MS Word oder Open Office keinen Roman schreiben können. Aber fangen wir mal vorne an. Thesis ist ein Framework, das auf WordPress aufsetzt. WordPress ist ein Blog-CMS. Dafür wurde es erfunden und dafür wurde es optimiert. Trotzdem ist die WordPress-Funktionalität mittlerweile so umfangreich, dass man es auch als herkömmliches CMS einsetzen kann.

Für Thesis bedeutet das, Thesis kann alles, was WordPress auch kann. Man kann Posts und Pages anlegen, Kategorien und Archive verwalten und vieles mehr. Wenn man WordPress als Unterbau sieht, und das Design als die Oberfläche, dann ist das Framework der Mittelbau. Er erweitert die WordPress-Funktionen um die für mich wichtigsten drei Punkte: Flexibilität, SEO-Optimierung und Lesefreundlichkeit (Typographie). (Und bis zu einem gewissen Grad auch das Aussehen, das Design)

Lassen wir die SEO-Tauglichkeit und die Lesefreundlichkeit mal beiseite und konzentrieren uns auf die Flexibilität, die ich für den wichtigsten der drei Punkte halte. Wie kommt die zustande? Ganz einfach: Thesis verfügt über ein umfangreiches Set an Erweiterungsmöglichkeiten, bringt die Erweiterungen selbst aber nicht mit. Das heißt konkret, an ca. 20 oder 30 Stellen im WordPress-Quelltext (die genaue Zahl habe ich jetzt nicht im Kopf) befinden sich Markierungen, in die Erweiterungen eingefügt werden können. Bei Thesis heißen sie Hooks (Haken), man könnte aber auch Slots dazu sagen oder was immer euch gefällt. An diese Haken könnt ihr nun hängen was immer ihr wollt. Es wird auf eurer Website bzw. eurem Blog von Thesis an genau der Stelle ausgegeben, an die ihr es angehängt habt. Z.B. seht ihr hier im Blog den blauen Kasten, der zum Abo des RSS-Feeds auffordert. Den habe ich an den Hook after-post angehängt und genau das erscheint er auch. Denkbar wären natürlich auch andere Hooks wie before-post, after-comment-box oder before-header, um nur mal wild ein paar Beispiele zu nennen.

Ja, wird jetzt sicher jemand sagen, das kann man ja bei anderen Themes auch machen. Stimmt. Aber dazu muss man sich durch den PHP-Code des Themes wühlen und die richtige Stelle finden. Und wenn (wenn!) es jemals ein Update des Themes gibt, muss man alle Änderungen, die man im Laufe der Zeit gemacht hat, von Hand nachpflegen. Falls man sie denn akribisch dokumentiert hat und wiederfindet. Vergessen wir das, das ist keine ernsthafte Option.

Mit Thesis braucht man sich um sowas keine Gedanken zu machen. Die Erweiterungen sind sauber vom Framework getrennt und bleiben auch nach einem Update des Themes erhalten. Dadurch braucht man den PHP-Quellcode von Thesis nicht anzufassen. Das Herumhantieren im PHP-Code des Themes fällt komplett weg. Man braucht, um Erweiterungen in WordPress/Thesis einzufügen, nicht programmieren zu können. PHP-Grundkenntnisse sind zwar hilfreich, aber nicht notwendig.

Die Erweiterungen selbst muss man sich aber selbst herstellen oder anderswo besorgen. Die sind nicht enthalten (ok, die meisten, ein paar sind schon dabei). So wie auch die zahlreichen Plugins nicht in WordPress enthalten sind. Ihr könnt euch ein Framework vorstellen wie einen Weihnachtsbaum. Kerzen, Kugeln und Lametta müsst ihr selber mitbringen. Aber die Haken am Baum, an die ihr sie hängen könnt, die sind mit dran.

Auf den Punkt gebracht, kann man es so sagen: Thesis alleine macht aus deinem Blog noch keinen Rennwagen, aber wenn du aus deinem Blog einen Ferrari machen willst, wirst du es mit Thesis wesentlich einfacher haben.

Thesis rockt! Hol dir hier dein eigenes!

Artikelserie

  1. Teil I: Das Framework
  2. Teil II: Kann ich wirklich alle Einstellungen leicht verändern?
  3. Teil III: Kaufe ich mit Thesis auch ein Paket von Standard-Themes zur Anpassung ein oder nur das Framework?

{ 1 }

1 gille 07.25.10 at 14:49

Ich suche gerade eine Option in Thesis eine Template datei für eine Seite anzulegen. Leider bekomme ich auf einer Seite keine Auflistung der Unterseiten angezeigt. Dies wollte ich über ein Template regeln. Ist diese der beste WEg???

Die Kommentarfunktion ist für diesen Beitrag deaktiviert.